«Zuerst die Stimme, dann ein farbiges Xylophon…»

 

Thomas Aeschbacher sagt zu seiner musikalischen Herkunft:

«Seit ich mich erinnern und denken kann, begleitet mich die Musik, sei es durch Miterleben und Zuhören oder selber Musik spielen. Ich bin ein Spielertyp. Ich liebe den spielerische Umgang mit vielem im Leben. Für mich ist das Spielen auf einem Instrument auch eine Art Spiel, mit dem eigenen Anspruch zu gewinnen – das heisst: das Instrument möglichst gut zu beherrschen.

 

Ich hatte das grosse Glück, in einer musikalischen Familie aufzuwachsen. Ich sah und hörte schon meinen Grossvater, wie er alte Lieder sang und auf dem b-Bass an den Familienfesten spielte – zu denen man sich jeweils im Eggiwil traf. Später hörte ich meinem Vater zu, wie er stundenlang auf der Trompete übte, ab und zu mit dem Örgeli spielte oder vereinzelt auch eine alte Gitarre zur Hand nahm.

 

Mein eigenes erstes Instrument war die Stimme und ein farbiges Xylophon mit zehn Tönen – genial! Wir haben in der Familie daheim und an Festen immer gesungen. Auf dem Xylophon spielte ich stundenlang. Auch ein rotes Tamburin gehörte zum Instrumentarium. Damit begleitete ich oft meinen «père», wenn er am Klavier sass.

 

In der Schule spielte ich zuerst Blockflöte und ging während Jahren in die Klavierstunde. Im Seminar kam die Gitarre dazu. Ich war in dieser Zeit auch vom Klang der Steeldrums so angetan, dass ich dann über zehn Jahre lang in einer Steelband mitgespielt habe.

 

In dieser Zeit kaufte mein Vater ein Schlagzeug. Wir lernten beide sehr schnell damit umzugehen. Wir spielten in wechselnder Besetzung Klavier/Schlagzeug Boogie-Woogie oder Melodien, die wir am Klavier selber entwickelt hatten. Am Klavier fühlte ich mich damals «zu Hause». Ich spielte nach, erfand selber Melodie-Fragmente und hielt so auch meine damalige Gefühlswelt in Balance.

 

Das Örgeli wurde erst mit 12, 13, 14 Jahren ein Thema. Vater hatte ein zweireihiges Schwyzerörgeli von «Hänsu», dem Bruder seines Grossvaters, bekommen. Auf dem habe ich die ersten Stücke gelernt und meinen Vater bald einmal an Familienfesten im Sorbach, Eggiwil, begleitet. Vater hat mir die Begleitgriffe gezeigt, den Rhythmus vorgegeben. So hat es angefangen. Wichtig zudem noch: Wir hatten zu Hause einen Plattenspieler und verschiedenste Platten. Wir hörten alle Arten und Stile von Musik.

 

Während meiner Ausbildung zum Primarlehrer spielte ich in drei Formationen: Klavier in einem Jazzquartett, Örgeli mit meinem Vater im Trio und Steeldrums bei den «Fassduubeli». Ich konnte mir schon zu dieser Zeit gut vorstellen, in Zukunft nur noch Musik zu machen, obschon ich natürlich noch nicht genau wusste, ob und wie ich davon würde leben können.

 

Das war dann auch die Zeit, als ich mich entschieden habe, meinen eigenen musikalischen Weg zu gehen, selber zu bestimmen was, wie schnell, wie gespielt wird. Ich trat beim Trio meines Vaters aus.

Ich wusste jetzt, dass ich auf dem Schwyzerörgeli meine musikalischen Schwerpunkte setzen will. Ich übte viel und war angefressen von verschiedenen, traditionellen Spielern, hörte aber alles gerne und habe bis heute keine Grenzen gespürt, ich setze und spiele all meine Ideen auf dem Örgeli um. Meine Ausbildung zum Schulmusiklehrer brachte mich weiter. Ich entwickelte und komponierte erstmals eigene Melodien, die ich mit dem Trio «Pflanzplätz» praktisch angewendet und umgesetzt habe.

 

Heute ist das Örgeli ein Teil meiner selbst, ich finde es etwas vom Spannendsten, damit eigene Ideen zu entwickeln, Gefühle und Situationen in Musik umzuwandeln und diese dann mit Mitmusikern gemeinsam in alte und neue Klangwelten umzusetzen. Das gilt zunehmend auch für die Gitarre. Und nicht zuletzt auch die Stimme. Auch mit diesen beiden Instrumenten möchte ich mich in Zukunft weiterentwickeln.

Und sie noch besser beherrschen lernen.»